Warum der Kanton Bern eine linke Regierungsmehrheit braucht

Am Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert stand der Kanton Bern an der Spitze des technologischen Fortschritts. Die BKW wurde gegründet und mit der frühen Elektrifizierung die Grundlage für die industrielle Entwicklung gelegt. Über den Lötschberg fuhren schon elektrische Lokomotiven, als am Gotthard noch Dampfloks keuchten. Ungefähr vor 100 Jahren begann die starke politische Prägung durch die SVP-Vorläuferin BGB unter Rudolf Minger und Bern wurde zu einem entwicklungsfeindlichen, rückwärtsgewandten und agrarisch dominierten Kanton. Unter den Folgen dieser Politik leiden wir heute alle, aber es hätte nicht so kommen müssen – und es muss schon gar nicht so bleiben. 

Wenn wir künftige Herausforderungen meistern wollen, muss sich der Kanton Bern wieder zu einem innovativen und industriebewussten Kanton wandeln. Ein Kanton mit rund einer Million Einwohnerinnen und Einwohnern braucht Arbeitsplätze im zweiten Sektor, damit alle Menschen einen Job finden, der ihnen ein würdiges und selbstbestimmtes Leben erlaubt. Wir werden den Klimawandel nur bremsen können, wenn innovative und nachhaltige Technologien und Produkte entwickelt werden. Alleine mit Vorschriften und Verboten wird es wegen mangelnder Akzeptanz nicht gehen. 

Aktuelle Zahlen zeigen, dass durch den Fokus auf das Ziel von «netto null» bis 2050 schweizweit über 50'000 Arbeitsplätze entstehen können; eine Riesenchance und deshalb müssen möglichst viele dieser Stellen im Kanton Bern geschaffen werden! Dazu brauchen wir ein Umfeld, das Investitionen in sogenannte «grüne Technologien» stimuliert und unterstützt. Bestrebungen in diese Richtung gibt es schon lange, aber zu oft werden sie durch die rückwärtsgewandten bürgerlichen «BGB-Geister», die bis heute nachwirken, abgeblockt. Deshalb brauchen wir im kommenden Jahr eine linke Mehrheit im Regierungsrat und ich will Teil davon sein!